Zur Geschichte der Pfarreien

Bevor die Reformation ihren Einzug in Mecklenburg hielt, gab es in Wismar und Neukloster reges katholisches Leben. Davon künden heute noch die wichtigsten Bauwerke an beiden Orten: St. Marien (Turm) und St. Georgen (wieder aufgebaut), St. Nikolai und Heiligen Geist, Schwarzes (Dominikaner-)Kloster und Archidiakonat in Wismar sowie Kloster Sonnenkamp mit Stiftskirche zum Hl. Kreuz in Neukloster. Mitte des 16. Jahrhunderts schlossen sich dort die Pforten für die katholischen Zisterzienserinnen. 1575 erlosch mit dem Tod des Dominikanerpriors das katholische Leben in Wismar.
Erst 300 Jahre später wurde wieder regelmäßig katholischer Gottesdienst (für französische Kriegsgefangene) in Wismar gefeiert. 1901 erhielten die Katholiken die Erlaubnis, eine eigene Kirche zu bauen. Bereits ein Jahr später wurde die St.-Laurentius-Kirche durch Bischof Hubertus Voß aus Osnabrück geweiht. Es ist die erste katholische Kirche in Mecklenburg nach der Reformation mit einem Glockenturm. Zwar nimmt sich der Turm mit einer Gesamthöhe von 37 m gegenüber den Türmen der alten Gotteshäuser der Stadt recht bescheiden aus - immerhin würde die Kirche mit ihrem Turm in das Mittelschiff der Nikolaikirche passen! -, für die in der Zerstreuung lebenden Katholiken in Wismar und Umgebung ist er aber doch ein echter Sammlungspunkt.
Wie großflächig die 1903 gegründete Kirchengemeinde St. Laurentius zu Wismar damals zugeschnitten war, erkennt man an den Abtrennungen nach dem großen Flüchtlingszustrom am Ende des 2. Weltkrieges. 1945 entstanden auf dem bisherigen Gebiet der St.-Laurentius-Gemeinde die Kirchengemeinden Grevesmühlen, Dassow und Warin; 1947 folgten Rerik, Rehna, Neubukow und Klütz. 1970 wurde die Seelsorgestelle Neukloster von Warin abgetrennt. Alle diese Gemeinden hatten damals ihre eigenen Seelsorger und Laienmitarbeiter.
Später setzte eine gegenläufige Entwicklung ein. Im Jahr 2000 wurde Warin mit seinem Gemeindezentrum St. Josef seiner Tochtergründung Neukloster zugeordnet. Seit 2003 ist der Pfarrer von St. Laurentius, Wismar, auch Pfarrer von Neukloster und Warin. Am 1. Januar 2009 wurde die Pfarrei Neukloster mit Wismar verbunden. Die neue Pfarrei heißt St. Laurentius, Wismar. Seit dem 1. September 2012 ist Dechant Peter Schwientek nicht nur Pfarrer von Grevesmühlen, sondern auch von Wismar.

Die Pfarrer von St. Laurentius Wismar:

Bild Alfons Manuel von Ondarza

Alfons M. v. Ondarza
Pfarrer von
1903 bis 1926

Bild Bernhard Waterloh

Bernhard Waterloh
Pfarrer von
1926 bis 1937

Bild Johannes Schneider

Johannes Schneider
Pfarrer von
1937 bis 1951

Bild Antonius Wittenbrink

Antonius Wittenbrink
Pfarrer von
1951 bis 1976

Bild Christian Krüger

Christian Krüger
Pfarrer von
1976 bis 1997

Bild Dr. Jürgen Wätjer

Dr. Jürgen Wätjer
Pfarrer von
1997 bis 2004

Bild Dr. Ulrich Werbs

Dr. Ulrich Werbs
Pfarrer von
2004 bis 2012